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Nico & Patrick on tour – Senatsbockanstich in Hamburg


Autor: Patrick  /  Bilder: Nico & Patrick

Autor: Patrick / Bilder: Nico & Patrick

Proclaimer: Für die Qualität der Bilder möchte ich mich zunächst entschuldigen, aber es hätte wohl eine mehrjährige Ausbildung zum Fotojournalisten in Krisengebieten und entsprechend mehr Ellbogeneinsatz erfodert, um an die begehrten Motive, wie z.Bsp. den Moment des Anstichs heran zu kommen. Zu gut war dieses Event besucht und da will man doch einmal ein Auge zudrücken, dass wir beide es wohl nie zu gestandenen Bier-Paparazzos bringen werden.

Nico und ich trudelten etwa eine halbe Stunde vor Bockanstich im alt-ehrwürdigen Eiskeller Altona ein und nahmen nebst einem alt-bekannten Ratsherrn Zwickel erst einmal eine „Nase“ des alt-modrigen Geruchs in diesem Kellergewölbe – Nein, Alt wurde nicht ausgeschenkt, jedoch mussten wir beim Anblick der Menge an Menschen wohl recht alt ausgesehen haben.

senatsbock02Ausverkauft war es also und zeitweise gar bis auf den letzten Quadratzentimeter gefüllt mit durstigen Crafties, Pilstrinkern und allem an dazwischenliegenden Grautönen – beispielsweise uns. Unsere Zwickel ließen wir uns erneut füllen und verpassten somit unbemerkt den strategisch wichtigen Zeitpunkt, sich schon einmal in eine günstige Ausgangsposition auf die Fässer zu bringen. Wir lauschten der Eröffnungszeremonie aus gefühlt 300 Metern Entfernung und mutmaßten gedanklich, was weiter vorne wohl gesagt werden würde. Hier meine Einschätzung: „Man freue sich über soviel Zuspruch für eine doch mittlerweile seit 1958 bestehende Tradition und könne es nun kaum erwarten, endlich die Früchte der 5. Jahreszeit ernten zu können – Der Bockbierzeit. O bockt is, Digger!“- woraufhin die Abgesandten der 5 beteiligten Hamburger Brauereien Hüte & Zylinder in die Höhe werfen, um ausgelassen das hölzerne Hauptfass in Beschlag zu nehmen.

Was nun für uns beide folgte, war eine kleine Trauergeschichte aus längerem Anstehen in der Zeit direkt nach Anstich und wird hier nicht weiter ausgeführt; wir stehen einfach immer in der falschen Schlange. Was hier aber kurz erwähnt werden möchte, ist die Tatenkraft von Ausschenkerinnen und Ausschenkern, die in Lichtgeschwindigkeit lange Schlangen vor den beiden Zapfanlagen abarbeiteten, dass uns beiden ganz untergärig wurde. Fistbumps an die Crew.

senatsbock07Die Mitte des Artikels:

Wir halten den dunklen, unfiltrierten Doppelbock mit der kanpp über 18 Grad Plato erforderlichen Stammwürze endlich in Händen und sehen dank des wunderschönen, blickdichten Tonkrugs erst einmal nicht viel. Also zwei neue Gläser besorgt und siehe da – Beer is the path to the dark side. Schön dunkel und fast ähnlich blickdicht wie der Krug zuvor grinst uns der Bock schwarz und finster in Vader-Manier an. Vier Wookiee-Finger-breit thront feinporigst eine fast ewig währende, hell-caramell-farbige Wolke obenauf, und zugegebenermaßen so gar nicht dem Helm des Imperators gleich. Krug der Sterne.

Was wir nun schmecken, lässt nach weichem Antrunk bereits Bitterschokolade, caramellige Malze und eine Menge Süffigkeit erahnen. Aber; zu kalt – geschätzt um die 8 bis 9°C – und schwer karbolastig. Erst als wir die Gläser an einem neuen Fass füllen lassen, passt die Spritzigkeit und auch 2 bis 3°C extra erlauben nun eine bessere Beurteilung. Wir lassen uns nun etwas mehr Zeit beim trinken und geben dem Doppelbock obendrein Möglichkeit nachzuwärmen. Nase und Süße nehmen zu, eine Kakaonote bekommt Gewicht und wir gelangen in den Bereich eines in erster Linie verdammt runden und toll trinkbaren Auslegers dieses Bierstils. Ich persönlich würde mir wünschen, dass ein wenig mehr Kräuternoten des u.a. verwendeten Hallertauer Mittelfrüh Hopfens durchschlagen, aber man könnte diesen Umstand auch anders werten. Für eine weitere Lagerung dieses Bieres ist also, obwohl es schon richtig gut ist, noch Platz nach oben.

senatsbock04Abschließend zur Trinktemperatur: Falls ihr Kalt-Biertrinker seid, dann lasst euch zumindest bei diesem Bier darauf ein, es etwa 4 bis 5°C über der für Doppelböcke empfohlenen Trinktemperatur zu genießen. Selbst 15°C (!) machen hierbei sicherlich noch viel Spaß und wir freuen uns schon dies bei Gelegenheit mal ausprobieren zu können.

Bevor wir von dannen ziehen, schnappen wir uns einen Typen mit Zylinder und Backenbart. Surprise, surprise! Einer der 5 beteiligten Brauer mit Namen Philipp Diener (26) und Vertreter/Brauer/Mälzer der Gröninger-Brauerei. Viel Wert sei laut ihm auf die Wahl der Rohstoffe gelegt worden. Eine Vorverkostung mit den anderen Brauern lieferte dann die Gewissheit, dass hier alles glatt lief und sich die Qualität der Zutaten im Geschmack des Bieres niedergeschlagen hat. Nachdem wir den überaus freundlichen Kollegen ausgequetscht haben, wissen wir nun auch, was das für Leute sind, die sich hinter der handwerklichen Erschaffung des Senatsbocks verbergen. Nahbare Typen mit einer Vorliebe für Besonderes, sowie auch das ein oder andere Aventinus, wie in seinem Fall. Wir entlassen ihn zurück in die Menge, wo er gleich darauf erneut Fragen zum Bier beantworten muss – Harter Job.

Doppelbockbauchig rollen wir heimwärts und rollen vermutlich noch.

PS: Der Senatsbock sollte ab sofort überall erhältlich sein wo ihr auch sonst z.B. die Biere von Oliver Wesseloh (Kehrwieder Kreativbrauerei) und Ratsherrn bekommt. Auf gehts & Prost!

 

 

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