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Vom Rauchbiertrinken (Teil 2)


yeast1Ich trinke Rauchbier nicht wie Wasser und sicher auch nicht zu jeder Gelegenheit. Meine Woche war stressig und ich wollte mir an diesem Abend Ruhe gönnen. Und dazu gehört einfach mein Hobby: Bier.

Von Markus.

Ich sortierte also erst einmal digital ein paar Bilder von Bier. Bearbeitete sie, lud sie hoch, erfreute mich an ihnen. Ein nachdenklicher Hooper saß vor dem Rechner und trank dazu eine Preußen Weiße von The Monarchy, ein außergewöhnliches Bier, das richtig Lust auf mehr machte. Und zwar auf etwas sehr Komplexes, über das ich schreiben konnte.

Also machte ich es mir textiltechnisch bequem, schaltete den Fernseher ein („Sowjetarmee geheim“ auf Phoenix, was wichtig war, denn das Programm musste plätschern, durfte mich aber nicht fesseln), holte mir eine Decke und dann das Bier dazu. So, meine Freunde, trinkt man Rauchbier! Nachdenklich und mit weinenden Russen im Hintergrund.

Nachdem die wirklich schöne Flasche entkorkt war, ging meine Nase sofort an die Öffnung. Da war zwar Rauch, aber nicht sehr viel. Ich war fast enttäuscht. Meine Rauchbiererfahrung beschränkte sich bisher auf ziemliche Klopper. Schlenkerla, Smoked Russian Imperial Stout, Double Smoked Porter: Brecher, mit irren Mengen von Rauch oder abstrusem Alkoholgehalt. Manchmal gar beides. Dieses Bier, so viel vorweg, sollte mein Bild von Rauchbier ändern.

Ich goss ein und roch sofort wieder am Glas. Hier war der Rauch deutlicher, aber noch immer nicht aufdringlich. Ich konnte neben dem Rauch problemlos andere Bestandteile des Bieres riechen: das Malz, die 30 IBU Hopfen, die 6,6 % Alkohol. Und vor allem die Hefe. Diese roch von Beginn an wunderbar klassisch nach Belgien.

Ich konnte den ersten Schluck kaum erwarten, zwang mich aber dazu nochmal abzusetzen, um mir das Bier anzusehen. Es war leicht amberfarbig mit sehr feinem Trub, der das Licht wirklich apart brach. Echte Kerle mögen meine etwas feingliedrige Sprache an dieser Stelle verzeihen, aber es ist durch dieselbe Bierleidenschaft begründet, die mich zuweilen „Leck mich fett!“ schreien lässt. Es war schlichtweg ein sehr ruhiger Abend.

Der Schaum war feinporig und setzte sich schnell, aber ließ einen sehr langanhaltenden Flaum auf dem Bier zurück. Ich beglückwünschte mich schon jetzt zu meiner Wahl. Es war das richtige Bier für diesen Abend.

Hier geht’s zum Teil 1.Hier geht’s (ab morgen) zum Teil 3.

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